Einfluss der Weidehaltung auf die Eutergesundheit und Milchqualität

EINFLUSS DER WEIDEHALTUNG AUF DIE EUTERGESUNDHEIT UND
MILCHQUALITÄT


Doris Klocke, Volker Krömker
Abteilung Mikrobiologie der Fakultät II – Bioverfahrenstechnik
der Hochschule Hannover

 

Einleitung
Die Zahl der deutschen Milchviehbetriebe, die ihre Tiere auf die Weide lassen, nimmt immer weiter ab. In Niedersachsen betreibt etwa ein Drittel der Milcherzeuger reine Stallhaltung. Welche Auswirkungen das jeweilige System auf die Tiere, die Umwelt, den Erlös der Landwirte und die Verbraucher hat, ist weitgehend ungeklärt. Andererseits wird mit der Weidehaltung von Milchvieh in Wort und Bild beim Verkauf von Milch und Milcherzeugnissen geworben. Dem Konsumenten wird suggeriert, dass Weidehaltung eine artgerechte, ökologisch sinnvolle Haltung sei und die Kühe dabei gesünder seien. Der Umfang der Weidezeit ist dabei in den einzelnen Betrieben sehr unterschiedlich, die Spannbreite reicht von „lediglich Trockensteher erhalten Zugang zur Weide" bis hin zu „täglich 14 h Weidegang für alle laktierenden Kühe" in der Weidesaison.
Das Modul Eutergesundheit im Projekt „Verfahrensanalyse Milch: Produktion von Milch in Weide- oder Stallhaltung" ermittelt die grundsätzlichen Effekte der Haltungsform (Weide-, Stallhaltung) auf die Eutergesundheit. Als Variablen der Eutergesundheit werden für die Versuchsbetriebe (n=60) die Neuinfektionsraten, die Raten klinischer Mastitiden und die Einzeltierzellzahlen erfasst sowie die Leitkeime bestimmt. Einige Einflussfaktoren der Weidehaltung

Ausblick
Neben grundsätzlichen Effekten der Haltungsform auf die Eutergesundheit sollen im weiteren Projektverlauf die Mechanismen der Verbreitung von Streptococcus uberis als wichtigstem Umwelterreger von Mastitiden untersucht werden. Durch umweltassoziierte Mastitiserreger hervorgerufene Mastitiden sind – verglichen mit Mastitiden, die durch kuhassoziierte Erreger verursacht werden - schwerer zu kontrollieren, da sie ihren Ursprung überwiegend im Umfeld der Tiere haben, wenngleich einzelne Stämme vermutlich ähnlich wie kuhassoziierte Erreger vor allem während des Melkens von Kuh zu Kuh übertragen werden können (Leigh 1999, Zadoks et al. 2003, McDougall et al. 2004). Aufgrund der Beschreibung der Epidemiologie des Erregers können wirksame Managementmaßnahmen zur Verbesserung der
Eutergesundheit bei Kühen in Weidehaltung entwickelt werden.