Das Verbundprojekt: Systemanalyse Milch

 

Kühe auf der Weide Kühe im Fressgitter

Allein die Tatsache, dass in Niedersachsen beinahe jeder dritte Milchviehbetrieb seine Tiere gar nicht mehr auf die Weide lässt, schreibt der Haltungsform im Stall eine immer größere Bedeutung zu. Welche Auswirkungen aber das jeweilige System auf die Tiere, die Umwelt, die Verbraucher und die Geldbörsen der Landwirte hat, das soll nun umfassend mit dem Verbundprojekt „Systemanalyse" Milch erforscht werden. Bis zu 60 kooperationswillige Betriebe werden untersucht, Forscher werden regelmäßig auf den Höfen unterwegs sein, auf denen das Vieh mehr als 14 Stunden Weidegang am Tag hat, aber auch auf Höfen, wo die Tiere nur halbtags (6 bis 14 Stunden) auf die Weide gehen sowie gar nicht mehr.

Auch wenn grundsätzlich angenommen werden kann, dass Rinderhaltung im Freien ein natürliches und damit tiergerechtes Haltungsverfahren ist, hat auch die reine oder teilweise Stallhaltung ihre Vorteile. So können Kühe, die sehr viel Milch produzieren, ihren erhöhten Nährstoffbedarf kaum über die Weide decken. Mit Hilfe des Verbundprojektes sollen daher die Effekte auf die Gesundheit der Tiere in reiner Stall- und Weidehaltung untersucht werden. Hinzu kommen Fragen des Verbraucherschutzes, aber auch der wechselseitigen Beziehungen des Umwelt-, Tier- und Klimaschutzes.

Das Verbundprojekt hat den Vorteil, dass die einzelnen Institutionen unabhängig von einander ihr jeweiliges Modul bearbeiten und ausschließlich dafür zuständig sind. Dazu kommt die Möglichkeit der Analyse in der Praxis, denn die Wissenschaftler begleiten die mehr als 60 teilnehmenden landwirtschaftlichen Betriebe bis zu fünf Jahre. Ihre Ergebnisse werden an die teilnehmenden Landwirte zurück gespielt, die so direkt ihre Erkenntnisse in die festen Betriebsabläufe einfließen lassen können.

In Zusammenarbeit mit der Universität Göttingen und der Landwirtschaftskammer Niedersachsen wird dieses Projekt vom Grünlandzentrum Niedersachsen/Bremen koordiniert.

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